Im April 2004 zogen wir mit auf das Gelände der Feuerwache 6400 (Lichtenberg) in der Josef-Orlopp-Straße 69. Die Wache ist wohl eine der geschichsträchtigsten der Berliner Feuerwehr, wenn nicht sogar der gesamten Bundesrepublik.

Das Ministerium unterhielt in unmittelbarer Nähe ein mehrere Hektar großes Gelände, auf welchem sich u.a. das Hauptquartier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) befand und tausenden Menschen als Arbeitsplatz diente. Im Zuge des Verbotes der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) im Jahre 1956 und der Vermutung, dass das Politbüro der Partei in Berlin-Weißensee enttarnt wurde, drängte die SED zur Planung eines neuen Standortes.
Die Wahl viel auf ein von Überresten kriegswichtiger Betriebe und Zwangsarbeitslager geprägtem Industriegebiet in Lichtenberg, der 1960 in Josef-Orlopp-Straße unbenannten Rittergutstraße. Hier entstand 1964 ein Neubau, bestehend aus Büroräumen samt Sozialtrakt und Garagenkomplex für 15 Dienstwagen – das Politbüro unter Max Reimann hatte eine neue Residenz.

 

Als 1968 in Westdeutschland die DKP als „Nachfolger“ der KPD entstand, sollte weitere 3 Jahre später auch die Nutzung als Parteizentrale enden – aber nicht die des MfS. Das Objekt nutzte fortan die Militärorganisation der DKP, auch bekannt als Gruppe Ralf Forster. Aber wie auch bei dem vorangegangenen Nutzer wurde der Standort für die westlichen Geheimdienste bekannt und nach 4 Jahren endete die Verwendung.

 

Danach brachte die Staatssicherheit ca. 150 Zeitsoldaten unter, welche für den Wachdienst der Objekte des MfS eingesetzt wurden. Von einfachen Soldaten ist hier nicht auszugehen, da die Verantwortung weiter beim „Büro der Leitung“ lag.

 

Erst Anfang der 1980er fiel der Entschluss für die indess auf 20 Hektar angewachsene MfS-Zentrale eine hauseigene Betriebsfeuerwehr zu gründen. Das Aufgabenfeld der Brandhüter sollte „sämtliche Dienstobjekte des MfS einschließlich ihrer Berliner Bezirksverwaltung, die Baubetriebe des MfS, die EDV-Bereiche und das Sportforum, allerdings auch „Dienstobjekte der sowjetischen Freundschaft“ umfassen“.
Die ursprünglich geplante Wache mit Sozialtrakt und Fahrzeughalle mit 8 Ausfahrten hinter des derzeitigen Standortes, konnte aus Kostengründen nicht realisiert werden. Für über 500.000 Mark wurde schließlich die ehemalige Parteizentrale umgebaut, dabei entstand eine Fahrzeughalle, auf der Rückseite der Garagenhalle ein Technikgebäude und ein neues Wachgebäude. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde entlang der gesamten Grundstückslänge die Straße Nr. 15 in das Gelände einbezogen.

 

Seit Winter 2015 werden durch die Feuerwehr drei Rettungswagen besetzt. Der Rettungswagen auf dem Rettungswagenstützpunk 6490 in der Nöldnerstraße wird nunmehr durch die Feuerwache Karlshorst besetzt.
Am 1. Februar 2016 wurde das bisher im Sana Klinikum Lichtenberg stationierte NEF 6405 ebenfalls zur Feuerwache 6400 verlegt. Im gleichen Atemzug werden die Norärzte vom Vinantes Klinikum in Karlshorst entsendet.

 

Aktuell sind hier stationiert und durch die Berufsfeuerwehr fest besetzt:
1 x LHF 20/12 CAFS mit 6 Funktionen
1 x DLA (K) 23/12 mit 2 Funktionen
3 x RTW mit 6 Funktionen
1 x NEF mit 2 Funktionen

 

Durch den Arbeiter-Samariter-Bund besetzt:
1 x RTW mit 2 Funktionen

 

Durch die FF 6401 besetzt:
1 x „City“ LHF 16/12
1 x LF 16 TS Katastrophenschutz

 

Für das Atemschutz-Notfall-Training und allgemeine Logistikaufgaben:
1 x LKW 1

 

Wachimpressionen: